Leitbild

Die Heinrich Kimmle Stiftung Pirmasens ist eine selbständige kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie ist als regionaler Träger von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Einzugsbereich der kreisfreien Städte Pirmasens und Zweibrücken sowie des Landkreises Südwestpfalz tätig. Die Stiftung und die Tochtergesellschaft verfolgen, eingebunden in die karitative Arbeit der Diözese Speyer, ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke.
 
Gegründet wurde die Einrichtung am ersten Juni 1965 durch Prälat Heinrich Kimmle unter dem Namen Caritas Kinderhilfe Pirmasens. Aus seinem Wirken ist die gesamte Einrichtung hervorgegangen. Als damaliger Pfarrer von St. Elisabeth Pirmasens sah er die Not behinderter Kinder und ihrer Familien in einer Zeit, in der es sehr wenige Hilfen und gesetzliche Regelungen gab und handelte aus christlicher Überzeugung. In den Räumen der ehemaligen Notkirche St. Elisabeth begann Prälat Heinrich Kimmle seine Arbeit mit acht behinderten Kindern. Bereits 1967 folgte die Differenzierung der Betreuung in Sonderkindergarten, Sonderschule und Anlernwerkstatt. Das rasche Wachsen der Einrichtung führte 1973 zur Gründung einer Stiftung, die zu seinen Ehren im Jahr 2007 in Heinrich Kimmle Stiftung Pirmasens umbenannt wurde.
Zweck der Stiftung ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen auf ihren Lebenswegen individuell zu begleiten und zu fördern mit dem Ziel, gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Zur Verwirklichung dieser Zielsetzung unterhalten wir verschiedene teilstationäre und stationäre Einrichtungen der Behindertenhilfe.
 
Zu unserem Leistungsangebot gehören:
 
  • integrative Kindertagesstätte St. Elisabeth
  • Pirminiusschule – Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung
  • Pirminiuswerkstätten und Werkstatt am Wasserturm/ Waisenhaus – Werkstätten für behinderte und psychisch kranke Menschen
  • Wohnanlage Pirminius – Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen
  • Ambulante und betreutes Wohnen
  • Integrationsdienst
  • Integrationsunternehmen der Pirminius-Werk gGmbH
 
Entstehungsgeschichte und Gründungsgedanke machen deutlich, dass unsere Stiftung auf einer christlichen Weltanschauung basiert. Der Mensch ist geschaffen als Abbild Gottes, darin liegt seine unantastbare Würde (Gen 1,27). Die Würde und Einmaligkeit eines jeden Menschen werden durch Beeinträchtigungen nicht aufgehoben. Das christliche Gebot der Nächstenliebe, das niemanden ausschließt, ist für uns verpflichtend. Als kirchliche Stiftung bekennen wir uns zum Auftrag der Kirche sowie den christlichen Werten und Tugenden und sehen unsere Aufgabe im Dienst am Menschen. Handlungsleitend in der Begegnung und Zusammenarbeit gilt allen bei uns Tätigen und Beschäftigten die Maxime unseres Schutzpatrons, des heiligen Pirmin: „Ihr sollt euch alle gegenseitig ehren“.
Unsere Aufgaben ergeben sich aus diesem Leitbild, den einrichtungsspezifischen Konzeptionen und den gesetzlichen Bestimmungen. Dabei gehen wir von einem ganzheitlichen, ressourcenorientierten Verständnis des Menschen aus und handeln nach unserem Leitmotiv: „Individuelle Wege für unterschiedliche Menschen“.
  
LEITSATZ
Menschen mit Beeinträchtigungen sind der Mittelpunkt unseres Handelns.
Wie begleiten Sie auf ihren individuellen Wegen und in allen Lebensphasen.
 
 
Dies bedeutet:
 
  • Wir nehmen die von uns begleiteten Menschen als gleichberechtigte Partner an und fördern ihre Selbstbestimmung.
  • Wir verstehen unser Handeln als Dienst am Menschen mit dem Ziel seine Persönlichkeit zu entfalten und seine Kompetenzen weiterzuentwickeln bzw. zu erhalten.
  • Wir integrieren Menschen in vielfältiger Form in das Leben in der Gesellschaft.
  • Wir vermitteln Sicherheit und Zugehörigkeit und geben Geborgenheit in unserer Gemeinschaft.
  • Wir begleiten zuverlässig und kontinuierlich individuelle Lebenswege unterschiedlicher Menschen.
  • Wir orientieren uns an den Ressourcen der Menschen und beziehen ihre Wünsche, Interessen und Neigungen in unser pädagogisches und rehabilitatives Handeln ein.
 
 
Das erreichen wir, indem
 
  • wir den Menschen als eigenständige Persönlichkeit sehen und ein gleichberechtigtes Miteinander pflegen.
  • wir eine Vielfalt von Einrichtungen mit differenzierten und personenzentrierten Unterstützungsangeboten im Hinblick auf Förderung, Bildung, Teilhabe und Integration bereitstellen.
  • wir den Menschen zuhören, sie persönlich beraten und uns ihnen in vertrauensvoller Atmosphäre zuwenden.
  • wir auf die Sorgen und Nöte sensibel reagieren und achtsam darauf eingehen.
  • wir eine umfassende Teilhabe- und Förderplanung und kontinuierliche Begleitung durch fachübergreifende Teams sicherstellen.  

 
LEITSATZ 
Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten professionell und engagiert für das Wohl der von uns begleiteten Menschen.
Das christliche Menschenbild ist Grundlage unseres Handelns.
 
 
Die bedeutet:
 
  • Wir handeln entsprechend den Grundsätzen des christlichen Glaubens. Dabei bestimmen die christlichen Werte und Tugenden unser Miteinander.
  • Wir setzen unser personalen, sozialen und fachlichen Kompetenzen ziel- und lösungsorientiert für die Menschen in unseren Einrichtungen ein.
  • Wir arbeiten qualitäts- und verantwortungsbewusst und entwickeln uns ständig weiter, um unterschiedlichen und immer neuen Ansprüchen gerecht zu werden.
  • Wir sind offen und flexibel, kritik- und reflexionsfähig und gehen respektvoll miteinander um.
  • Wir nehmen uns Zeit für die Anliegen der Menschen in unseren Einrichtungen.
  • Wir als Führungskräfte sind verantwortlich für die Umsetzung der Leitbildinhalte und der Ziele der Stiftung sowie für ein förderliches Arbeitsklima entsprechend unserer Führungsgrundsätze.
 
            
Dies erreichen wir, indem
 
  • wir die christlichen Tugenden Klugheit und Sachkenntnis, redliche Verantwortung, Einsatz und Engagement und angemessene Form im alltäglichen Handeln umsetzen.
  • wir Mitarbeiter professionell auswählen, umfassend einarbeiten und qualifiziert ausbilden.
  • wir uns kontinuierlich und gezielt fort- und weiterbilden, um gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen und Entwicklungen gerecht zu werden.
  • wir unser Wissen durch regelmäßigen Austausch in fach- und einrichtungsübergreifenden Teams und Projekten teilen und weitergeben.
  • wir Standards für unsere Arbeit definieren und ihre Qualität kontinuierlich reflektieren und verbessern.
  • Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte im Dialog Lösungen finden und in gegenseitiger Achtung und Respekt die gemeinsame Arbeit reflektieren.
 
  
LEITSATZ
Wir arbeiten vertrauensvoll und partnerschaftlich mit Eltern, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern zusammen.
Wir entwickeln gemeinsam Lösungen und Perspektiven für Gegenwart und Zukunft.
 
 
Dies bedeutet:
 
  • Wir verstehen uns als verlässlicher und langfristiger Partner für Eltern, Angehörige und gesetzliche Betreuer.
  • Wir respektieren ihre Anliegen und Vorschläge und integrieren sie in unserer Handeln.
  • Wir beziehen ihre Erfahrungen und ihr Wissen in aktuelle und zukünftige Planungen und Entscheidungen wertschätzend mit ein und finden gemeinsam tragfähige Lösungen.
  • Wir informieren zeitnah und umfassend über Entwicklungen und Veränderungen.
 
Das erreichen wir, indem
 
  • wir mit Eltern, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern in kontinuierlichem Kontakt stehen und sie in der Gestaltung unserer Arbeit durch vielfältige Formen der Zusammenarbeit einbeziehen.
  • wir mit unseren Qualifikationen und Erfahrungen als Ansprechpartner für Fragen, Anliegen, Anregungen und Lösungen zur Verfügung stehen und beratend unterstützen.
  • wir informieren durch unterschiedliche Kommunikationsmedien, Veranstaltungen und Gespräche weitergeben.

 
LEITSATZ
Wir kooperieren mit unseren Partnern auf der Grundlage eines ganzheitlichen Ansatzes.
Zuverlässigkeit, Transparenz und hohe Qualität bestimmen die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
 
 
Dies bedeutet:
 
  • Wir verstehen uns als wichtiger und verlässlicher Partner in einem umfassenden Netzwerk zur Sicherstellung differenzierter Angebote und Hilfen.
  • Wir stimmen uns mit unseren Partnern ab, um unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen mit Beeinträchtigungen in Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden.
  • Wir schätzen die fachliche Kompetenz der Kooperationspartner und integrieren sie in unser Handeln.
  • Wir beschreiben und gestalten Arbeits- und Entscheidungsprozesse zielorientiert, systematisch und transparent, damit sie für unsere Kooperationspartner nachvollziehbar sind.
  • Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter, um eine qualitativ hochwertige Zusammenarbeit zu garantieren.
 
Das erreichen wir, indem
                       
  • wir uns regelmäßig und bedarfsorientiert mit allen Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb der Heinrich Kimmle Stiftung austauschen.
  • wir mit unseren Partnern und ihren Mitarbeitern achtungsvoll umgehen und Zeit für sie haben.
  • wir geeignete individuelle Angebote und Hilfen absprechen und umsetzen.
  • wir Schnittstellen und Verantwortungsbereiche klären und Ansprechpartner festlegen.
  • wir unsere Arbeit planen, dokumentieren und offen kommunizieren.
  • wir neue Entwicklungen erkennen, zeitgemäße Angebote mit unseren Kooperationspartnern perspektivisch gestalten und flexibel auf Veränderungen reagieren.
 
 
LEITSATZ
Wir handeln als kirchlicher Träger gegenüber der Gesellschaft verantwortungsbewusst und leisten einen nachhaltigen Beitrag für das Gemeinwohl.
 
 
Dies bedeutet:
 
  • Wir stellen für unsere Region ein gemeindenahes und differenziertes Angebot von Einrichtungen und Diensten für Menschen mit Beeinträchtigungen bereit.
  • Wir sichern die Teilhabe der Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörige am gesellschaftlichen Leben und fördern ein gleichberechtigtes Miteinander,
  • Wir erfüllen unseren gesellschaftlichen und kirchlichen Auftrag langfristig, ökonomisch, ökologisch und transparent.
  • Wir setzen die uns zur Verfügung gestellten finanziellen Ressourcen ziel- und zweckorientiert für unsere Dienste am Menschen ein.
  • Wir entwickeln uns entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen weiter und gehen neue Wege, um individuelle und bedarfsgerechte Angebote zu gestalten.
 
Dies erreichen wir, indem
 
  • wir in Abstimmung mit unseren Partnern und Leistungsträgern ein bedarfsgerechtes Förder- und Leistungsangebot bereitstellen.
  • wir Angehörige durch unser Angebot entlasten und ihnen dadurch eine umfassendere Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen.
  • wir durch verschiedene Formen der Öffentlichkeitsarbeit die Gesellschaft für die besonderen Bedürfnisse beeinträchtigter Menschen sensibilisieren und deren aktive Mitwirkung und Mitbestimmung unterstützen.
  • wir uns durch externe Prüfinstanzen regelmäßig einer intensiven Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitskontrolle unterziehen.
  • wir die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in verschiedenen Projekten aktiv fördern und langfristig umsetzen.
  • wir als Arbeit- und Auftraggeber direkt und indirekt Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region schaffen und sichern.
  • wir den christlichen Glauben leben und über Gottesdienste, Feste und Feiern erfahrbar machen.
 
 
NACHWORT
 
Das Leitbild der Heinrich Kimmle Stiftung entstand in einem mehrmonatigen partizipativen Prozess unter Einbeziehung aller Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte.
Es ist Grundlage und Orientierungsmaßstab für unser tägliches Handeln und zeigt gleichzeitig Entwicklungspotential für die Zukunft auf. Daraus ergibt sich die Anforderung zur kontinuierlichen Reflektion und Weiterentwicklung des Leitbilds, um den fachlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen gerecht zu werden.
Das Leitbild und damit die Heinrich Kimmle Stiftung befinden sich somit in einem ständigen kreativen Lern- und Entwicklungsprozess. Unsere Jahreszielplanung greift die Leitbildinhalte auf und wir alle setzen sie in unserer täglichen Arbeit um. Die dialogische Entstehung des Leitbilds war sehr wertvoll, lehrreich und gewinnbringend. Wir danken allen Beteiligten für ihre intensive Mitarbeit.